Doch kein normaler Frühling

Ich hab neulich geschrieben, dass es zwar einige Tage am Stück regnet, aber grundsätzlich der Frühling spürbar sei. Jaaaa, die Bäume werden grüner und hier und da sprießen Tulpen. Aber dass nun wegen ständiger Regenfluten mittlerweile in einigen Stadtteilen und Gemeinden der Notstand ausgerufen werden musste – das habe ich nicht geahnt.

Wir sind persönlich zum Glück nicht betroffen, da wir weit genug weg von den Flüssen wohnen und unser Stadtteil auch etwas höher gelegen ist. Wir wohnen in Le Plateau-Mont-Royal, das ist der rote Bereich in der Karte.

Montreal

Die von Überflutung betroffenen Gebiete liegen z.B. im Westen der Stadt-Insel oder auf anderen Inseln im St. Lorenz-Strom. Auch andere Teile Quebecs und Ontarios sind überflutet. Über 700 Menschen mussten bisher ihre Häuser oder Wohnungen aufgeben. Auch Premierminister Trudeau hat am Sonntag spontan beim Sandsäcke befüllen geholfen.


Es regnet hier in Quebec im Frühling tatsächlich immer ein bisschen mehr als in Hamburg. Aber normal ist so ein Niederschlag, wie wir ihn die letzten Wochen hatten, natürlich nicht! Es hat im April so viel geregnet wie zuletzt vor 75 Jahren. Und die ersten 8 Tage im Mai hat es schon mehr geschüttet als sonst im ganzen Monat. Zusätzlich schmelzen jetzt die Schneemassen, die sehr spät in diesem Jahr fielen (Mitte März – siehe mein allererster Post!).


Ich hoffe, dass das bald vorbei ist und sich so schnell nicht wiederholt. Ich hätte jetzt gerne echten Frühling! Ich bin ja schon daran gewöhnt, dass man sich beim Wetter nur darauf verlassen kann, das es ständig wechselt. Aber eine Tendenz mit weniger Niederschlag, das wäre schon topp! Diese Illu trifft die Unbeständigkeit jedenfalls schon ganz gut. Ein Tag kurze Sachen und ärmelloses Top, zwei Tage später Wintermantel.