Der Wildpark Omega

Winterschlaf ist doch nur was für Bären, oder? Die meisten anderen Tiere sind jedenfalls putzmunter im kanadischen Winter. Es lohnt sich also auch im Winter, für ein paar Stunden in den Parc Omega zu fahren.

Der Parc Omega ist ein Wildpark in Quebec, nördlich von Montebello, etwa auf dem halben Weg von Montreal nach Ottawa. Es ist einer dieser Drive-Through-Zoos, d.h. man bleibt die meiste Zeit im Auto und folgt einer 12 km langen Route durch kleine Wälder und Wiesen. Es gibt zwischendurch auch Areale, in denen Aussteigen erlaubt (und nicht gefährlich) ist. Man kann spazieren gehen, picknicken oder schneeschuhwandern. Wir haben uns eher auf die Tiere konzentriert, nicht zuletzt weil es -16° kalt war.

Parc Omega

Es gibt so viele unterschiedliche Wildarten, dass ich sie kaum auseinander halten kann. Ich glaube dass es sich links um einen erwachsenen Wapitihirsch handelt und rechts um einen jungen. In Nordamerika nennt man sie auf Englisch einfach “Elk”. Achja, man kann natürlich im Eingangsbereich eine Tüte Karotten kaufen und hat daher häufig neugierige Köpfe im Auto.

Parc Omega

“Aufstehen! Spiel mit mir!” scheint dieser junge Hirsch links zu meinen.

Parc Omega

In diesem Bereich konnte man aussteigen, denn hier gab es nur diese kleinen Bambis. “Fallow deer” auf Englisch, also Rehe, die wir auch aus Europa kennen.

Parc Omega

Vermutlich ein Rothirsch mit dem imposanten Geweih? Die kleine Schnute oben gehört vielleicht zu einem jungen White-Tailed Deer (Weißwedelhirsch).

Zugegeben, die Spezies war uns nicht bei jedem Tier immer ganz klar. Aber das Wesen war bei fast allen Hirscharten, Ziegen und sogar bei den Wildschweinen, die uns begegneten, ziemlich deutlich: freundlich, aber neugierig bis verfressen. So manches mal mussten wir aufpassen, dass kein Hirschkopf inklusive Geweih ins Auto wandert. Nicht dass sich da noch einer im Lenkrad verhakt und man mit Schlagseite nach Hause fahren muss. Wir waren mit einem bereits leicht angedellten Carsharing Auto unterwegs. Da fiel es nicht weiter ins Gewicht, wenn ein Steinbock versucht, ins Auto zu springen. Erstaunlicherweise habe ich aber am Ende keine echten neuen Kratzer gesehen, nur ein bisschen Dreck und Hirschspucke am Fenster.

Parc Omega

Am beeindruckendsten fand ich persönlich die Wölfe. Das kleine Rudel der Grauwölfe lebt natürlich in einem hoch eingezäunten Bereich (nein – keine Reh-Selbstbedienung). Man kann sie durch eine dünne Glasscheibe beobachten. Oder – wie man hier auf dem Foto rechts mit meiner Freundin Anna sieht – geht die Beobachtung auch in die andere Richtung.

Parc Omega

Er guckt doch eigentlich ganz freundlich, oder?

Parc Omega

Die Polarfüchse waren besonders niedlich.

Was haben wir sonst noch gesehen? Schwarzwölfe, arktische Wölfe, Koyoten, Wildschweine, Steinböcke, wilden Truthahn, Rentiere (Caribou) und einen Elch. Es gibt noch viele weitere Arten, die vielleicht wirklich gerade Winterschlaf gehalten oder sich versteckt haben, wo es wärmer ist. Wir haben also längst nicht alle Tiere gesehen, aber dafür war es ziemlich leer im Park. Das ist im Sommer sicherlich anders. Ich komme aber trotzdem gern nochmal wieder.

Hier geht’s zur offiziellen Website: parcomega.ca